Kriminalisierung von Online-Shoppern

Meine erste negative Erfahrung mit einem großen deutschen Versandhändler machte ich im Frühjahr 2009, als mich eine letzte Mahnung mit Androhung gerichtlicher Maßnahmen erreichte. Verwundert blickte ich damals auf die aufgeführten Bestellpositionen, die sich summa summarum auf mehrere Hundert Euro beliefen.

Was war geschehen?

Ich musste nicht lage überlegen, um mir sicher zu sein, bei diesem Anbieter weder jemals etwas bestellt – noch irgend eine Lieferung erhalten zu haben. Eine telefonische Rückfrage ergab des Rätsels Lösung: Betrüger hatten mir meine Identität gestohlen, beim Versandhaus bestellt und die Lieferung an eine abweichende Adresse bestellt. Da die Rechnungsadresse fehlerhaft war, hatte mich niemals eine Rechnung oder Mahnung erreicht. Ich erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt. Nachdem das Verfahren im Juli 2009 mangels Erfolgsaussicht eingestellt wurde, bat ich den Händler um Löschung meiner Daten. Schließlich stand ich mit diesem niemals in einer geschäftlichen Beziehung.

Lieferstopp!

Meine zweite und hoffentlich auch letzte Erfahrung mit diesem Versandhändler machte ich im Mai 2012, als ich einen chicen Notebook-Rucksack orderte. Die versprochenen 5 Tage Lieferzeit waren bereits verstrichen, als ich erneut die Initiative ergriff. Ich mailte den Kundenservice an: keine Reaktion! Ich mailte das Betrugsmanagement an – und siehe da: man erinnerte sich an mich! „Meine Bestellung sei aufgrund des Ereignisses in 2009 erst einmal gestoppt worden“. Wow, das haute mich aus den Socken. Ich wurde auftgrund einer falschen Verdächtigung und offensichtlich nicht gelöschter Daten prophylaktisch kriminalisiert.

infoscore & Co.

Nach Anfrage teilte mir der Händler mit, zum Zwecke der Bonitätsprüfung die Dienste der Anbieter „infoscore consumer data GmbH“, der „Producta Daten-Service GmbH“ und der „Schufa“ zu nutzen. Mein Glück, dass die Online-Anbieter meines Vertrauens offensichtlich nicht auf die durch diese Gesellschaften erstellten „Täterprofile“ zugreifen. Ein totaler Liefer-Stopp wäre die Folge gewesen. Jetzt mache ich es mir zur Aufgabe, alle beteiligten Institutionen um Offenlegung der über meine Person gespeicherten Daten zu ersuchen.

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Bildnachweis:

  • Mann und Frau auf dem Sofa: © Monkey Business - Fotolia.com

Über den Blogger

Thomas Reimann

Mich prägten die Musik der 80er, C64 und Amiga. Seit über 20 Jahren tauche ich durch's Internet und schreibe in diesem Blog ein paar Dinge auf, die mir auf meinem Weg als #Existenzgründer, #Medienunternehmer, #Softwareentwickler, #Internetsaurier, #Mediator, #Biker und #Querdenker aufgefallen sind. Meine Mission ist die Digitale Transformation von Medien & Handel.

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